Der Alkohol selbst ist nach einigen Stunden abgebaut, seine Spuren im Blut bleiben Tage bis Monate. Der Körper baut etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde ab (Jones 2010). Marker wie PEth zeigen Konsum noch 2 bis 3 Wochen später, Gamma-GT 4 bis 6 Wochen, MCV 3 bis 4 Monate (Praxis Suchtmedizin). Für die MPU heißt das: Bei jeder Alkohol-MPU werden die Leberwerte bestimmt, und sie sollten im Normbereich liegen.
Alle Marker im Überblick
| Marker | was er zeigt | nachweisbar | Aussage |
|---|---|---|---|
| Ethanol (Promille) | aktueller Alkohol im Blut | Stunden, Abbau ca. 0,1–0,2 ‰/h | akuter Konsum |
| EtG (Urin) | Abbauprodukt von Alkohol | bis ca. 80 h nach starkem Trinken | Abstinenzkontrolle |
| PEth | direkter Marker, entsteht nur mit Alkohol | ca. 2–3 Wochen | jüngerer, wiederholter Konsum |
| CDT | verändertes Eiweiß bei starkem Trinken | ca. 10 Tage bis 3 Wochen nach Ende | chronischer starker Konsum |
| Gamma-GT | Leberenzym | ca. 4–6 Wochen | starker Konsum, aber auch andere Ursachen |
| MCV | Größe der roten Blutkörperchen | ca. 3–4 Monate | langfristiger starker Konsum |
| GOT, GPT | Leberenzyme | Wochen | wenig spezifisch |
Quellen: Praxis Suchtmedizin Schweiz, Universitätsmedizin Rostock: EtG und CDT, Jones 2010.
Promille: wie schnell Alkohol abgebaut wird
Eine Übersichtsarbeit der forensischen Toxikologie kommt auf Abbauraten von meist 10 bis 20 mg pro 100 ml Blut und Stunde, grob 0,1 bis 0,2 Promille. Bei Menschen mit Alkoholabhängigkeit während des Entzugs können es 25 bis 35 mg sein (Jones 2010). Bei 1 Promille dauert es also etwa 5 bis 10 Stunden, bis der Alkohol abgebaut ist. Kaffee, Schlaf oder Sport ändern daran nichts. Den eigenen Wert schätzen Sie mit dem Promillerechner.
PEth
Phosphatidylethanol (PEth) bildet sich in den Zellmembranen nur, wenn Alkohol im Blut ist. Nach Angaben der Suchtmedizin ist es ab etwa 30 Minuten nach Trinkbeginn und noch 2 bis 3 Wochen nach dem letzten Trinken messbar. Ein einzelnes Trinkereignis führt nicht zu nachweisbaren Mengen. PEth gilt als empfindlicher und spezifischer als Gamma-GT und CDT und wird zunehmend eingesetzt. Für den Abstinenzbeleg vor der MPU nennt die BASt aber EtG in Urin oder Haar (Abstinenznachweis).
CDT
CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin) steigt laut Universitätsmedizin Rostock erst nach mindestens einwöchigem Konsum von täglich mehr als 60 Gramm Alkohol. Erhöhte Werte sind noch 10 Tage bis 3 Wochen nach dem Ende des starken Trinkens nachweisbar, die Halbwertszeit liegt bei etwa 14 Tagen.
| CDT-Wert (Labor Rostock) | Einordnung |
|---|---|
| 0,2–1,3 % | Normbereich, Alkoholmissbrauch unwahrscheinlich |
| über 1,6 % | Alkoholmissbrauch wahrscheinlich |
Grenzwerte können je nach Labor und Methode abweichen. Maßgeblich ist der Referenzbereich auf Ihrem Befund.
Gamma-GT und MCV
Gamma-GT ist ein Leberenzym, das bei starkem Alkoholkonsum steigt und nach Abstinenz über Wochen sinkt. MCV beschreibt die Größe der roten Blutkörperchen und normalisiert sich erst nach Monaten. Beide sind nicht spezifisch: Laut BASt können sie auch durch Medikamente oder Krankheiten steigen, und manchmal steigen die Leberwerte trotz hohen Konsums nicht.
Was die Werte bei der MPU bedeuten
Die BASt beschreibt die Rolle der Blutwerte klar (BASt-Broschüre, 08/2025):
- Bei der MPU wegen Alkohol werden die Leberwerte immer bestimmt, zum Teil auch MCV und CDT.
- Diese Marker zeigen hohen Konsum, können aber nicht zwischen mäßigem Trinken und Abstinenz unterscheiden.
- Deshalb sind sie kein Abstinenzbeleg. Den liefert nur EtG in Urin oder Haar.
Praktischer Tipp der BASt: Lassen Sie Ihre Werte vorher beim Hausarzt bestimmen. Liegen sie außerhalb der Norm, kann der Arzt klären, woran es liegt. Ist es nicht der Alkohol, bringen Sie den Befund zur MPU mit, damit der Gutachter die erhöhten Werte einordnen kann.
Auffällige Werte, die nicht zu Ihren Angaben passen, etwa eine erhöhte Gamma-GT bei angeblich einem Jahr Abstinenz, führen im Gespräch zu Nachfragen und können das Ergebnis gefährden (MPU wegen Alkohol).
Quellen
- Praxis Suchtmedizin Schweiz: Nachweisbarkeit von Alkohol, biologische Marker
- Universitätsmedizin Rostock, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin: Ethylglucuronid im Urin und CDT
- Jones AW: Evidence-based survey of the elimination rates of ethanol from blood. Forensic Sci Int 2010;200:1–20, PubMed 20304569
- Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen: Informationen zur MPU, August 2025
Laborwerte gehören in ärztliche Hände. Bei erhöhten Leberwerten lassen Sie die Ursache von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt abklären.



