Ein guter MPU-Berater verspricht nichts, sondern sagt Ihnen ehrlich, wo Sie stehen. Die Bezeichnung „MPU-Berater“ ist nicht geschützt. Die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) nennt deshalb klare Kriterien: Psychologe mit Diplom oder Master, verkehrspsychologische Ausbildung, regelmäßige Fortbildung, keine Garantien, ein Vertrag mit Kosten und Kündigung (BASt-Broschüre, 08/2025).

Warum die Auswahl so wichtig ist

Wer eine MPU vor sich hat, steht unter Druck: Job, Familie, Zeit ohne Auto. Genau das nutzen manche Anbieter. Die BASt schreibt, es falle Betroffenen „möglicherweise schwer, sich angesichts der Fülle von Angeboten zu orientieren“. Ein schlechter Berater kostet nicht nur Geld. Wer auswendig gelernte Geschichten erzählt, macht sich im Gespräch mit dem Gutachter unglaubwürdig.

Gleichzeitig kann ein guter Berater viel bewirken. Laut BASt zeigen Untersuchungen, dass eine verkehrspsychologische Vorbereitung wesentlich zum Erfolg in der MPU beitragen kann.

Die Checkliste: Daran erkennen Sie seriöse Berater

Die Kriterien stammen aus der BASt-Broschüre und den Hinweisen der Begutachtungsstellen (TÜV NORD).

Qualifikation

  • Psychologe oder Psychologin mit Diplom- oder Masterabschluss
  • verkehrspsychologische Ausbildung abgeschlossen
  • bildet sich regelmäßig fort
  • kennt die aktuellen Beurteilungskriterien, nach denen die Gutachter arbeiten
  • gibt auf Nachfrage offen Auskunft über Ausbildung und Erfahrung

Arbeitsweise

  • fragt nach Ihren Unterlagen: Urteil, Schreiben der Führerscheinstelle, Auszug aus dem Fahreignungsregister, frühere Gutachten
  • macht schriftliche Aufzeichnungen über die Sitzungen
  • setzt Sie nicht unter Druck
  • verlangt nicht, „zurechtgebastelte“ Geschichten auswendig zu lernen
  • händigt am Ende ein schriftliches Beratungsergebnis oder eine Teilnahmebescheinigung aus

Geld und Vertrag

  • erklärt Leistung und Kosten vor Beginn
  • schließt einen Vertrag über Zusammenarbeit, Kosten, Zeit und Beendigung
  • Sie können jederzeit aufhören und zahlen nur die genutzte Zeit
  • faire Zahlungsmodalitäten, zum Beispiel Raten
  • Quittung bei Barzahlung

Warnzeichen

Aussage oder AngebotWarum das ein Warnzeichen ist
„Geld zurück, wenn Sie durchfallen“Die BASt nennt Garantien ausdrücklich unseriös. Über das Ergebnis entscheidet die unabhängige Begutachtungsstelle.
„100 Prozent Erfolgsquote“Laut BASt-Statistik 2025 waren bundesweit 58 % geeignet. Keine seriöse Stelle kann das Ergebnis vorhersagen.
„Wir kennen die Antworten“ / AntwortkatalogeDer Gutachter fragt nach Ihrer Geschichte. Gelernte Antworten fallen auf.
„MPU ohne Abstinenz garantiert“Ob Abstinenz nötig ist, hängt von Ihrem Fall ab. Der ADAC rät, bei solchen Versprechen misstrauisch zu werden.
„Gutachten ohne Untersuchung“, „Kontakte zur Stelle“Betrug oder Straftat, siehe MPU kaufen oder umgehen?
Vorkasse für ein großes Paket ohne VertragSie können nicht prüfen, was Sie bekommen, und kommen schwer wieder heraus.
Druck: „Nur heute zum Sonderpreis“Seriöse Berater setzen Sie laut BASt nicht unter Druck.

Verkehrspsychologe, MPU-Berater, Coach: die Begriffe

  • Verkehrspsychologe: hat Psychologie studiert und ist auf Verkehrspsychologie spezialisiert. Das ist die Qualifikation, die die BASt empfiehlt.
  • MPU-Berater, MPU-Coach, MPU-Trainer: Marktbezeichnungen ohne geschützte Anforderung. Dahinter können qualifizierte Psychologen stehen, aber auch Menschen ohne Studium. Fragen Sie nach.
  • Suchtberatung: Bei Alkohol- oder Drogenproblemen der richtige Ort, um den Konsum zu klären. Sie bereitet nicht gezielt auf die MPU vor, ist aber vertraulich und meist kostenlos.
  • Begutachtungsstelle: führt die MPU durch und darf Sie nicht vorbereiten (FeV Anlage 14 Nr. 6).
  • Kurs nach § 70 FeV: ein amtlich anerkannter Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung, den das MPU-Gutachten empfehlen kann. Er ersetzt dann ein neues Gutachten, wenn die Behörde zustimmt. Eine Liste der Träger führt die BASt.

Fragen für das Erstgespräch

Fragen Sie im ersten Gespräch direkt nach. Seriöse Berater beantworten das gern.

  1. Welchen Abschluss haben Sie, und welche verkehrspsychologische Ausbildung?
  2. Wie viele Sitzungen halten Sie in meinem Fall für nötig, und warum?
  3. Brauche ich Abstinenznachweise? Wenn ja, wie lange und welche Art?
  4. Was kostet das insgesamt, und was passiert, wenn ich früher aufhöre?
  5. Bekomme ich ein schriftliches Ergebnis und eine Teilnahmebescheinigung?
  6. Wann halten Sie eine MPU für mich frühestens für sinnvoll?

Wenn ein Anbieter auf Frage 2 sofort ein großes Paket nennt, ohne Ihre Akte zu kennen, ist Vorsicht angebracht.

Vor Ort oder online?

Gespräche per Video mit einem qualifizierten Verkehrspsychologen können sinnvoll sein, wenn es in Ihrer Nähe niemanden gibt. Für Online-Anbieter gelten dieselben Kriterien. Prüfen Sie zusätzlich, wer hinter der Website steht: Impressum, Name und Abschluss der Berater, Anschrift. Mehr dazu unter MPU-Vorbereitung.

Was ein guter Berater nicht kann

Kein Berater kann Ihre Veränderung ersetzen. Er kann helfen, die Gründe für Ihre Auffälligkeit zu verstehen, neue Strategien zu entwickeln und einzuschätzen, ob Sie bereit sind. Die Abstinenz, den Verzicht oder das neue Fahrverhalten müssen Sie selbst leben, und zwar lange genug, dass es stabil ist. Nach BASt in der Regel sechs Monate bis ein Jahr.

Alles Grundsätzliche zur MPU, mit Anlässen und Bestehensquoten nach BASt-Statistik, steht im Überblick MPU.

Quellen

Wir bewerten keine einzelnen Anbieter und vergeben keine Empfehlungen. Prüfen Sie jeden Anbieter selbst anhand der Checkliste.